Starkregen in Dresden, Wasser läuft über

Risikoinformation / Verhaltensvorsorge

Information und Vorsorge

Die Verhaltensvorsorge umfasst alle Maßnahmen, die dazu dienen, Risiken verständlich zu vermitteln, Betroffene zu sensibilisieren und sowohl die Kommune als auch die Bevölkerung auf Starkregenereignisse vorzubereiten.

Informationen bereitstellen

  • Darstellung lokaler Gefährdungen durch Starkregengefahrenkarten und Hinweiskarten
  • Veröffentlichung von Risikobewertungen und Maßnahmenplänen
  • Bereitstellung von Informationsmaterialien
  • Verknüpfung mit bestehenden Beratungsangeboten

Risiko- und Gefahrenkommunikation

  • Aufklärung über mögliche Überflutungsbereiche, Fließwege und Schadenspotenziale
  • Hinweise auf bekannte Schwachstellen im Ort
  • Transparente Darstellung geplanter und umgesetzter Maßnahmen

Sensibilisierung der Bevölkerung

  • Vermittlung von Wissen über Eigenvorsorge und richtigem Verhalten im Ereignisfall
  • Bewusstmachen der Verantwortung von Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümern
  • Nutzung leicht zugänglicher Formate wie Informationsveranstaltungen, Infotafeln oder kurze Erklärvideos
  • Öffentlichkeitsarbeit durch Veranstaltungen, Ortsbegehungen, Messen und Aktionstage

Unterstützung der privaten Vorsorge

  • Beratung zu Objektschutzmaßnahmen
  • Hinweise auf Förderprogramme
  • Bereitstellung von Checklisten und praxisnahen Handlungsempfehlungen

Vorbereitung auf den Ernstfall

  • Erstellung und regelmäßige Aktualisierung von Alarm- und Einsatzplänen
  • Übungen für Verwaltung, Feuerwehren und Rettungsdienste
  • Planung von Notwasserwegen, kritischen Punkten und Evakuierungsabläufen

Häufige Fragen für Kommunen

Kommunaler Starkregenschutz ist eine freiwillige Aufgabe der Kommune. Der Freistaat fördert die Erstellung kommunaler SRV-Konzepte über die FRL GH/2024 mit einem Fördersatz von 75 Prozent. Der Eigenanteil der Kommune liegt bei 25 Prozent. Alternativ kann das SRV-Konzept auch Bestandteil eines lokalen Klimaanpassungskonzeptes werden, dass das SMWA fördert.

Der Eigenanteil für die Kommune liegt bei 25 Prozent für die SRV-Konzepterstellung. Ein kommunaler Aufwand entsteht weiter in Form von personeller Mitwirkung (z. B. Abstimmungen, Bereitstellung lokaler Kenntnisse). Weitere Kosten können in einem späteren Schritt bei der Umsetzung von Maßnahmen entstehen, wobei hierfür in der Regel auch Fördermöglichkeiten bestehen. Diese Kosten sind vom Umfang der Untersuchungen und dem Aufwand/Kosten der investiven Maßnahmen abhängig.

Die Hinweiskarte Starkregengefahren kann als Grundlage dienen und sollte im Anwendungsgebiet örtlich plausibilisiert werden. Insbesondere ist zu prüfen, ob die Durchlässe korrekt erfasst worden sind. Dadurch wird aus der Hinweiskarte Starkregengefahren eine lokale Gefahrenkarte. Durch Überlagerung der Gefahrkarte mit der Lage öffentlicher Gebäude und öffentlicher Infrastruktur in Verbindung mit der Feststellung der Überflutungstiefe (ggf. auch mit hohen Fließgeschwindigkeiten) kann das Risiko bewertet werden (Risikokarte). Nach Kenntnis des Risikos können (bei Bedarf) wirksame Maßnahmen abgeleitet werden. Der Mehrwert liegt also auf dem Pfad: Gefahr – Risiko – Handlungsbedarf – Schutzmaßnahme, bei dem lediglich der erste Punkt Gefahr durch die Hinweiskarte Starkregengefahren abgedeckt werden kann.

Die Kommune ist grundsätzlich Vorhabensträger und führt das Verfahren eigenverantwortlich durch. Das BDZ unterstützt dabei beratend und kann, abhängig von Aufwand und Kapazität, auf Grundlage einer individuellen Vereinbarung auch Teile der Konzepterstellung übernehmen. Voraussetzung ist eine Abstimmung mit der Kommune unter Beachtung marktüblicher Honorare.

Ein Ingenieurbüro wird nur dann erforderlich, wenn die Genauigkeit der Starkregen-Hinweiskarte für die kommunale Maßnahmenplanung nicht ausreicht und eine vertiefte Gefährdungsanalyse notwendig wird – etwa bei komplexer Topografie, dichter Bebauung oder sensibler Infrastruktur. In diesem Fall erfolgt die Beauftragung durch die Kommune nach den üblichen vergaberechtlichen Regelungen für freiberufliche Leistungen. Bei spezifischem Beratungsbedarf sollte eine Abstimmung mit der zuständigen Kommunalaufsicht erfolgen. Ergänzend wird derzeit geprüft, ob eine unverbindliche Musteraufgabenstellung zur Unterstützung der Kommunen bereitgestellt werden kann.

Bisher haben nur die Städte und Gemeinden des Klosterbezirks Altzella und die Gemeinde OT Spitzkunnersdorf (Pilotprojekt) ein vollständiges SRV-Konzept erstellt. In einigen Städten und Gemeinden sind jedoch bereits Risikobewertungen durchgeführt und Handlungsbedarfe identifiziert worden.

Ein pauschaler Umsetzungszeitraum lässt sich nicht benennen, da dieser stark von den örtlichen Rahmenbedingungen abhängt. Maßgeblich sind insbesondere die Größe des Untersuchungsgebiets, die Frage, ob vertiefte Gefährdungsanalysen (z. B. Nachmodellierungen der Starkregen-Hinweiskarte) erforderlich sind, das ermittelte Risikopotenzial, die Anzahl und Komplexität möglicher Maßnahmen sowie deren Umsetzbarkeit. Einen wesentlichen Einfluss haben außerdem Umfang und Intensität der Öffentlichkeitsbeteiligung und Kommunikation innerhalb der Kommune.